Bitcoin Kurs 36.000

Der Kryptomarkt steht erneut unter Druck. Bitcoin bleibt weit von seinen früheren Höchstständen entfernt, die Stimmung ist fragil und Anleger suchen nach möglichen Risiken, die den Markt weiter belasten könnten. Genau in diesem Umfeld sorgt nun STRC für Schlagzeilen. Das von Strategy emittierte Finanzprodukt verlor innerhalb kurzer Zeit deutlich an Wert und entfernte sich massiv vom eigentlich angestrebten Preisniveau von 100 US-Dollar. Die Kurse fielen zeitweise bis in den Bereich von rund 82 Dollar.

 Für viele Marktteilnehmer weckt das Erinnerungen an frühere Krisen wie Terra-Luna oder andere Depeg-Ereignisse. Entsprechend schnell wurde die Frage laut, ob sich hier ein systemisches Risiko für Strategy und damit indirekt auch für Bitcoin entwickelt. Einige Beobachter sprechen sogar von einem potenziellen „Schwarzen Schwan“. Andere Analysten sehen dagegen lediglich eine marktbedingte Übertreibung und eine seltene Liquidationswelle. Doch was genau steckt hinter STRC und wie gefährlich ist die aktuelle Entwicklung wirklich?

Neue Kryptowährungen in 2026 – das große Kryptoszene-Ranking

Was ist STRC überhaupt?

STRC ist ein von Strategy ausgegebenes Vorzugswertpapier, das Anlegern regelmäßige Dividendenzahlungen bietet. Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein einkommensorientiertes Finanzinstrument, das auf den Cashflows und der Bilanzstärke von Strategy basiert. Während klassische MSTR-Aktionäre direkt an der Entwicklung des Unternehmens und der Bitcoin-Strategie partizipieren, erhalten STRC-Investoren primär laufende Erträge.

Das Produkt wurde geschaffen, um Kapital für Strategy einzuwerben und gleichzeitig Anlegern eine attraktive Rendite anzubieten. Da STRC lange Zeit sehr stabil nahe 100 US-Dollar gehandelt wurde, entstand bei vielen Investoren der Eindruck eines vergleichsweise risikoarmen Instruments. Genau diese vermeintliche Stabilität führte jedoch dazu, dass zahlreiche Marktteilnehmer ihre Positionen mit hohen Hebeln finanzierten.

Fällt ein solches Produkt dann plötzlich deutlich unter den erwarteten Preisbereich, können Margin Calls und automatische Liquidationen ausgelöst werden. Genau dieses Szenario scheint sich zuletzt bei STRC abgespielt zu haben.

Liquidationsspirale oder Beginn einer größeren Krise?

Der bekannte Bitcoin-Analyst Jesse Myers sieht die aktuelle Entwicklung deutlich entspannter als viele Marktteilnehmer. Seiner Einschätzung nach handelt es sich nicht um einen fundamentalen Zusammenbruch von Strategy, sondern um eine klassische Liquidationskaskade.

Über Monate bewegte sich STRC nahezu konstant zwischen 99 und 100 US-Dollar. Dadurch entstand die Annahme, dass größere Kursverluste unwahrscheinlich seien. Viele Anleger nutzten diese Stabilität, um ihre Positionen massiv zu hebeln und die ohnehin attraktive Dividendenrendite weiter zu steigern. Solange der Kurs stabil blieb, funktionierte dieses Modell hervorragend.

Als STRC jedoch erste Schwäche zeigte und gleichzeitig alternative Produkte wie SATA stärker in den Fokus rückten, kippte die Situation. Laut Myers könnten aggressive Leerverkäufer den Abwärtsdruck zusätzlich verstärkt haben. Sinkende Kurse führten zu ersten Liquidationen, diese sorgten wiederum für weitere Verkäufe und lösten eine klassische Abwärtsspirale aus.

Der entscheidende Punkt: Die Bilanz von Strategy habe sich laut Myers nicht verändert. Das Unternehmen könne die Dividendenzahlungen nach aktueller Lage noch jahrzehntelang bedienen. Sollte Bitcoin langfristig sogar nur moderat wachsen, könnten die Ausschüttungen theoretisch unbegrenzt fortgesetzt werden.

Für viele Analysten ähnelt die Situation daher eher einem gehebelten Marktstress als einem Terra-Luna-Szenario. Im Gegenteil: Einige sehen die aktuellen Kurse sogar als Chance. Bei Kursen um 82 bis 85 US-Dollar steigt die effektive Rendite deutlich an. Gleichzeitig könnte Strategy selbst Maßnahmen ergreifen, etwa Dividendenerhöhungen oder Aktienrückkäufe.

Ob STRC schnell wieder Richtung 100 US-Dollar zurückkehrt, bleibt offen. Die Mehrheit der Analysten betrachtet die aktuelle Entwicklung jedoch bislang nicht als das Ende von Michael Saylors Strategie, sondern vielmehr als eine schmerzhafte Bereinigung übermäßiger Hebelpositionen.

Warum die Entwicklung bei STRC den Markt dennoch belastet

Auch wenn viele Analysten den jüngsten STRC-Einbruch nicht mit Terra-Luna oder FTX vergleichen, sorgt die Entwicklung dennoch für erheblichen Druck auf die Stimmung im Kryptomarkt. Der Grund liegt vor allem in der engen Verknüpfung zwischen Strategy, seinen Finanzprodukten und der Bitcoin-Story rund um Michael Saylor.

Besonders kritisch sehen Anleger die sinkende Dividendendeckung. Noch im November erklärte Strategy, dass der Bitcoin-Bestand rechnerisch rund 71 Jahre an Dividendenzahlungen für STRC absichern könne. Nach dem starken Ausbau des STRC-Volumens und dem gleichzeitigen Rückgang des Bitcoin-Kurses ist diese Kennzahl inzwischen auf etwa 31 Jahre gefallen. Zwar handelt es sich weiterhin um einen langen Zeitraum, die Richtung der Entwicklung sorgt jedoch für Unbehagen.

Hinzu kommt, dass Strategy immer mehr Kapital über Vorzugsaktien und ähnliche Produkte einsammelt. Je größer dieser Finanzierungsapparat wird, desto stärker hängt das Modell von stabilen Kapitalmärkten und einer langfristig positiven Bitcoin-Entwicklung ab. Fällt Bitcoin weiter oder verschlechtert sich das Marktumfeld, könnte die Deckung künftig weiter sinken.

Genau deshalb belastet STRC aktuell das Sentiment. Nicht weil unmittelbar eine Insolvenz oder ein Zusammenbruch droht, sondern weil Investoren erstmals sehen, wie empfindlich das Konstrukt auf fallende Bitcoin-Preise und steigende Verpflichtungen reagieren kann. Die Unsicherheit wächst – und genau das mögen Märkte in Bärenphasen besonders wenig.

Beste Presales in 2026 – hier mehr erfahren

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie .Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen oder anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte, immer wenn möglich, eingeholt werden. Diese Website steht Ihnen kostenlos zur Verfügung, wir erhalten jedoch möglicherweise Provisionen von den Unternehmen, die wir auf dieser Website anbieten.

Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

Ersten kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.