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Interview mit dem Herausgeber der ersten Krypto-Briefmarke: “2021 wollen wir 150 Millionen Pakete zustellen”

Die weltweit erste Krypto-Briefmarke kommt aus Österreich. Damit bietet die Österreichische Post den Briefversand mit Zugang zu einer digitalen Geldbörse. David Weichselbaum ist Pressesprecher der Österreichischen Post und spricht in einem Interview mit Kryptoszene.de über die Hintergründe des Projekts, merkliche Rückgänge des schriftlichen Briefmarkts und wachsende Chancen aus der E-Substitution.

Hallo Herr Weichselbaum, Briefmarken-Sammler kommen bei Ihnen voll auf Ihre Kosten. Von Dirndl- und Lederhosen-Briefmarke bis hin zu Marken aus Porzellan, Glas, Swarovski-Kristallen oder sogar Meteoritenstaub. 2019 konnten Menschen erstmalig ihre Post mit einer Krypto-Stamp verschicken. Was dachte sich die Österreichische Post dabei?

Die Österreichische Post gibt jährlich mindestens eine technische Innovation einer Sondermarke aus. Mit der weltweit ersten Krypto-Briefmarke, unser Highlight im letzten Jahr, wollten wir die analoge mit der digitalen Welt verbinden – und das ist uns gelungen.

Jahr für Jahr nimmt die Menge an Briefen ab. Laut dem Weltpostverein, ist die Menge an Briefen im Zeitraum von 2000 bis 2017 in Dänemark um mehr als 82 Prozent gesunken. Im Vergleich waren es in Deutschland nur 18,3 Prozent. Ist der Brief vom Aussterben bedroht?

Aufgrund der E-Substitution sinkt das Briefvolumina jährlich um etwa 5 Prozent in Österreich. Dieser Rückgang ist im Vergleich zu anderen Ländern noch moderat. Denn gleichzeitig steigen die Paketmengen rasant an, die neben Investitionen in das Kerngeschäft auch Wachstumsinvestitionen nötig machen.

Bei der Wiener Börse wurde der Markt der österreichischen Post als “etwas rückläufig” beschrieben. Was birgt das für Herausforderungen?

Die Branche ist sehr dynamisch. Das bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich. Aber die Post hat sich in den letzten Jahren sehr gut behauptet und konnte ihre Marktanteile trotz intensivem Wettbewerb halten, ausbauen sowie Rekordumsätze verzeichnen.

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Die Österreichische Post-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten 7,3 Prozent an Wert gewonnen und notiert aktuell bei 34,60 Euro. Lohnt sich der Einstieg jetzt?

Wir verfolgen seit Jahren eine sehr konsequente Strategie – und diese trägt Früchte. Es freut uns natürlich, dass auch die Aktie in den letzten Monaten eine sehr positive Entwicklung gezeigt hat. Wir geben allerdings keine Empfehlungen ab.

Dann lassen Sie mich anders fragen: Was können wir von der Österreichischen Post im kommenden Jahr erwarten?

Unser Ziel ist es, 2021 150 Millionen Pakete zuzustellen. Mit der DHL-Kooperation sind wir sehr zuversichtlich, dieses angestrebte Ziel noch früher zu erreichen. Wir haben 2019 rund 160 Millionen Euro investiert. Ein Großteil davon floss in den Ausbau der Logistikstandorte. Damit haben wir ein Rekordjahr hinter uns. 2020 wird sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Wenn wir die Bedürfnisse der Kund*innen weiterhin rasch erkennen und Mut für Neues mitbringen, sehen wir uns auch für die Zukunft gut gerüstet.

Lassen Sie uns über die Krypto-Briefmarke sprechen. Was ist der Vorteil der digitalen Marke gegenüber traditionellen Briefmarken?

Die Krypto-Stamp kann nicht nur Postsendungen befördern, sondern ist auch ein virtuelles Sammlerstück. Sie ist in der Blockchain abgespeichert und liegt dort in einer digitalen Geldbörse über die ausschließlich die Besitzer*innen verfügen.

Journalist Tom Sperlich bezeichnete die Marke in einem Artikel für Heise online als „weitreichende PR-Aktion“ der Österreichischen Post. Ist da etwas Wahres dran oder bewegt sich die Österreichische Post in Richtung digital?

Erstmalig hat es die Briefmarke – ein scheinbar traditionelles Produkt –  geschafft, sich die hochkomplexe Technologie der Blockchain zunutze zu machen. Die intensive Berichterstattung über die Krypto-Stamp ist ein Beweis dafür, dass wir mit unserem Produkt offenbar auf großes Interesse gestoßen sind. Wir konnten mit unserer Innovation Kryptoenthusiasten ansprechen, aber genauso auch völlig neue Zielgruppen begeistern. Zugegebenermaßen haben wir mit dem Ausmaß selbst nicht gerechnet, uns aber natürlich sehr darüber gefreut.

Wie sehen Sie generell die Chance für Kryptowährungen in der österreichischen Unternehmenslandschaft? 

Dazu ist die Österreichische Post der falsche Ansprechpartner. Über das Unternehmen Bitpanda werden Kryptowährungen auch in den Geschäftsstellen der Post vertrieben. Für weitere Fragen sollten Sie sich direkt an Bitpanda wenden.

Könnte sich die Österreichische Post eine eigene Kryptowährung oder eine Kooperation mit dem Unternehmen Facebook und deren geplanter Digitalwährung Libra vorstellen?

Eine eigene Währung ist für uns aktuell kein Thema. Wir vertreiben Kryptowährungen lediglich für einen Partner in unseren Geschäftsstellen.

Die Österreichische Post hat trotzdem viel Konkurrenz wie die Deutsche Post, Amazon oder Hermes. Seit letztem Sommer kooperieren Sie mit der Deutschen Post. Spielte Amazons Einstieg in das Paketgeschäft dabei eine Rolle?

Die Paketbranche wächst und das weckt auch Begehrlichkeiten. Seit Oktober 2018 stellt Amazon im Großraum Wien selbst Pakete zu. Das Unternehmen ist und bleibt jedoch ein wichtiger Kunde von uns. Trotz Eigenzustellung von Amazon wachsen auch die Paketmengen der Österreichischen Post in Wien. Die DHL hat 2015 beschlossen, in Österreich selbst zuzustellen – nun haben sie sich wieder aus dem Markt zurückgezogen.

Photo by © Österreichische Post AG

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      Ich bin freie Journalistin, lebe in London und studiere im Erasmus Mundus Master International Journalism, Media and Globalisation. Brennend interessiere ich mich für Zukunftstechnologien, Digitalisierung und (digitale) Trends.

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