Goldener Aktien-Token an einer kontrollierten Blockchain-Zugangsschranke vor hellem Fintech-Hintergrund

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine fünfjährige Ausnahmeregelung für tokenisierte US-Aktien vorgestellt, die einen definierten regulatorischen Weg für den Handel echter Wertpapiere auf der Blockchain schafft. Von einer allgemeinen Freigabe kann jedoch keine Rede sein: Die Ausnahme gilt nur für Token, die volle Aktionärsrechte wie Dividenden und Stimmrechte abbilden, und ist an kontrollierten Marktzugang gebunden.

Zusammenfassung: Was die SEC-Ausnahme ändert

Kern der Regelung ist eine fünfjährige Ausnahme für tokenisierte US-Aktien, die tatsächliche Wertpapiere und dieselben Rechte wie klassische Aktien darstellen. Automatisierte Market Maker (AMMs) und DeFi-nahe Handelsplätze können grundsätzlich eine regulierte Spur erhalten, müssen dafür aber KYC-Verfahren, Handelslimits und weitere Vorgaben einhalten. Rein synthetische Produkte, die lediglich Kursbewegungen nachbilden, fallen laut Primärquelle nicht unter den Rahmen. Mehr zu den regulatorischen Details liefert der Überblick zu den SEC-Regeln für tokenisierte Wertpapiere.

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Warum die SEC zwischen echten und synthetischen Token unterscheidet

Die Behörde bevorzugt Token, die tatsächliche US-Aktien oder einen vollständigen Wertpapieranspruch repräsentieren, einschließlich Dividenden- und Stimmrechten. Drittanbieter-Verwahrmodelle können in den Rahmen passen, sofern sie diese Rechte wahren und der Emittent keinen Einwand erhebt. Bevor der Handel mit tokenisierten Aktien eines Unternehmens beginnen kann, muss der Handelsplatz den Emittenten benachrichtigen und 30 Tage abwarten – erhebt das Unternehmen Einwände, darf der Token nicht unter der Ausnahme gehandelt werden.

Diese Regel folgt einem öffentlichen Streit im Sommer, als AMC-Chef Adam Aron Robinhood kritisierte, AMC-verbundene Aktien-Token ohne Beteiligung des Unternehmens angeboten zu haben. Synthetische Produkte von Robinhood, Kraken und Ondo, die laut Primärquelle lediglich Preisschwankungen abbilden, übertragen nach dieser Darstellung nicht dieselben Aktionärsrechte und müssten angepasst werden, um in den neuen US-Weg zu passen. Wie ein solcher Ansatz in der Praxis aussehen kann, zeigt der Beitrag zur Integration tokenisierter Aktien und ETFs via Ondo Finance.

Securitize sieht Weg für echte Aktien onchain

„Dies ist äußerst positiv, da es eine Möglichkeit bietet, echte tokenisierte Aktien zu handeln“, sagte Carlos Domingo, CEO von Securitize. Domingo bewertet den Schritt als Bestätigung für Token, die das zugrunde liegende Wertpapier tatsächlich abbilden, und erwartet, dass der Rahmen die emittentengestützte Tokenisierung stärkt. Einordnungen zur größeren Tokenisierungswelle liefert der Beitrag zu Nasdaq und Kraken im RWA-Kontext.

Was die Ausnahme für Onchain-Märkte und DeFi bedeutet

Demnach können tokenisierte Aktien über AMMs auf öffentlichen Blockchains gehandelt werden, was DeFi näher an US-Wertpapiermärkte heranrücken könnte. Der Marktzugang selbst muss dabei kontrolliert bleiben, mit KYC, Handelslimits und weiteren Wertpapiermarkt-Vorgaben als zusätzlichen Ebenen. Als potenzielle Profiteure werden Unternehmen wie Securitize, Bullish, Superstate und Dinari sowie im DeFi-Umfeld Ethereum, Solana, BNB Chain, Uniswap, Aerodrome und Raydium genannt.

Die Reichweite bleibt dennoch begrenzt: Handelsplätze unterliegen Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl handelbarer Aktien und ihres Anteils am gesamten Handelsvolumen, und Teilnehmer müssen zugelassen sein. Aus einem eng gefassten Experiment lässt sich damit noch kein etablierter, breiter Onchain-Aktienmarkt ableiten.

Reaktionen: Zustimmung, aber kein sofortiger Durchbruch

Thomas Cowan, globaler Leiter der Tokenisierung bei Bullish, bezeichnete den Schritt als Bewegung in die richtige Richtung, mahnte jedoch zur Vorsicht. „Es ist definitiv nicht der breite Durchbruch, den die Krypto-Community für ein sofortiges Wachstum tokenisierter Aktien erwartet hat, aber es ist ein fantastischer Anfang für die Zukunft der Finanzmärkte und dessen, was möglich ist“, sagte Cowan. Joris Delanoue, CEO von Fairmint, nannte das Emittenten-Veto die entscheidende Schutzmaßnahme der Regelung.

Jim Petrila von Dromos Labs sieht die Ausnahme als richtungsweisendes bullishes Signal für DeFi, hält es aber für vollständig dezentrale oder erlaubnisfreie Börsen wegen der Zugangsvoraussetzungen für schwierig, kurzfristig zu profitieren. Laut Primärquelle stiegen die Aktien von Securitize am Donnerstag um 14 Prozent und die von Bullish um 10 Prozent, während Robinhood rund 2,8 Prozent und Coinbase etwa 5 Prozent zulegten.

Ausblick: Praxistest für Emittenten und Plattformen

Nach Analysteneinschätzungen dürften Emittenten ihre Produkte in den kommenden Wochen und Monaten an die neuen Vorgaben anpassen. Offen bleibt, wie leicht bestehende DeFi-Plattformen die kontrollierten Zugangs- und Genehmigungsanforderungen tatsächlich erfüllen können. Der fünfjährige Rahmen bleibt bewusst eng gefasst – als kontrollierter erster Schritt, nicht als fertiger Onchain-Aktienmarkt.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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