Crash am Krypto-Markt Altcoins

ZachXBT zählt zu den bekanntesten On-Chain-Ermittlern der Krypto-Branche. Der anonyme Analyst deckte in den vergangenen Jahren immer wieder Hacks, Betrugsfälle, verdächtige Wallet-Bewegungen und mögliche Missstände bei zentralisierten Plattformen auf. Nun richtet sich der Blick auf AscendEX, eine Kryptobörse, die früher unter dem Namen BitMax bekannt war. Zunächst warnte ZachXBT vor verzögerten oder nicht verarbeiteten Auszahlungen.

Kurz darauf folgte die nächste Eskalation: AscendEX stellte den Betrieb ein. Für Nutzer ist das besonders heikel, denn Auszahlungen laufen nur noch eingeschränkt, automatisierte Prozesse sind pausiert und eine vollständige Rückzahlung der Guthaben scheint nicht garantiert.

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ZachXBT schlägt Alarm: Fehlen AscendEX wichtige Reserven?

Die Warnung von ZachXBT drehte sich vor allem um Auszahlungsprobleme und mögliche Liquiditätsengpässe. Laut Berichten meldeten Nutzer, dass Abhebungen über Tage oder sogar Wochen hängen blieben. Teilweise sollen Transaktionen im Status „initiating“ oder „pending“ festgesteckt haben, ohne dass ein Transaktionshash auf der Blockchain auftauchte. Genau das ist bei zentralisierten Börsen ein Warnsignal, weil Kunden ihre Coins zwar im Benutzerkonto sehen, die Plattform die tatsächliche Auszahlung aber technisch und organisatorisch kontrolliert.

Besonders kritisch war die Einschätzung zu den öffentlichen Hot Wallets der Börse. ZachXBT verwies darauf, dass bekannte Wallets von AscendEX offenbar kaum große liquide Assets wie ETH, USDT, USDC oder SOL enthielten. Daten aus Tools wie Arkham und TRM wurden dabei als Hinweis genannt, dass die Börse womöglich nicht genügend sofort verfügbare Mittel hatte, um Kundenabhebungen normal zu bedienen.

Damit stand schnell der Verdacht im Raum, dass es nicht nur um technische Verzögerungen gehen könnte. Wenn eine Börse Auszahlungen verzögert, während die Hot Wallets leer wirken, denken viele Marktteilnehmer sofort an Liquiditätsstress. ZachXBT forderte AscendEX deshalb zu mehr Transparenz auf. Betroffene Nutzer sollten nach seiner Einschätzung außerdem Behörden oder Regulierer kontaktieren, falls Gelder festhängen.

AscendEX stellt Betrieb ein: Auszahlungen nur noch unter Vorbehalt

Inzwischen hat sich die Lage deutlich verschärft. AscendEX teilte mit, dass der Betrieb mit Wirkung zum 1. Juli 2026 eingestellt wurde. Als Gründe nannte die Plattform unter anderem regulatorische Entwicklungen, insbesondere die EU-Regulierung MiCA, für die AscendEX nach eigenen Angaben keine entsprechende Autorisierung besitzt. Daneben verweist die Börse auf breitere regulatorische, finanzielle und operative Umstände.

Für Kunden bedeutet das: Neue Konten, Einzahlungen, Handel, Swaps, Staking, Lending, Referral-Programme und sonstige Krypto-Dienstleistungen sind nicht mehr verfügbar. Die Plattform soll nur noch für begrenzte Abwicklungszwecke offen bleiben, etwa für Auszahlungsanfragen, KYC-Aktualisierungen, Support, Beschwerden oder den Export von Transaktionshistorien. Das klingt weniger nach normalem Rückzug als nach geordnetem Notbetrieb.

https://twitter.com/coinbureau/status/2075086296448655659

Noch brisanter ist der Umgang mit Auszahlungen. Seit dem 6. Juli 2026 unterliegen laut AscendEX alle Auszahlungsanfragen einer manuellen Prüfung. Automatisierte Auszahlungen sind pausiert. Die Börse erklärt, dass Anfragen nur verarbeitet werden, wenn rechtliche, technische und operative Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören unter anderem Kontoverifizierung, KYC-, AML-, CFT- und Sanktionsprüfungen, Betrugsprävention, Asset- und Saldenabgleich, Netzwerkverfügbarkeit sowie mögliche insolvenzbezogene Anforderungen.

Besonders alarmierend ist, dass AscendEX keine Zusicherung zu Zeitpunkt oder Höhe möglicher Auszahlungen gibt. Die Plattform weist selbst darauf hin, dass Auszahlungen verzögert werden, zusätzliche Informationen erfordern oder während der laufenden Prüfung gar nicht verarbeitet werden könnten. Damit bleibt offen, ob alle Nutzer ihre vollständigen Guthaben zurückbekommen. Genau deshalb sprechen viele Marktbeobachter inzwischen von einer faktischen Pleite oder zumindest einem schweren Abwicklungsfall.

AscendEX war einst deutlich größer. Die Börse wurde 2018 gegründet, war früher als BitMax bekannt und wurde zeitweise als Top-10-Börse nach Handelsvolumen wahrgenommen. 2021 sammelte AscendEX in einer Series-B-Runde 50 Millionen US-Dollar ein, angeführt von Polychain Capital und Hack VC. Im selben Jahr wurde die Plattform zudem mit einem rund 78 Millionen US-Dollar schweren Hack in Verbindung gebracht, der Berichten zufolge der Lazarus Group zugeschrieben wurde.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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