Die Regierung von US-Präsident Donald Trump prüft laut einem Bericht von CoinDesk unter Berufung auf Bloomberg einen Plan, den Einsatz dollargebundener Stablecoins im Ausland gezielt zu fördern. Vorgesehen sind demnach mögliche gemeinsame Vorhaben mit privaten Unternehmen. Ziel ist es, die globale Dominanz des US-Dollars zu festigen und zusätzliche Nachfrage nach US-Staatsanleihen zu erzeugen. Der gesamte Stablecoin-Markt bringt es aktuell auf ein Volumen von 292,49 Milliarden US-Dollar.
- Vorhaben: Mögliche gemeinsame Projekte der US-Regierung mit privaten Unternehmen zur Förderung von Dollar-Stablecoins im Ausland.
- Institutionen: Treasury- und State Department sowie die U.S. International Development Finance Corporation könnten beteiligt sein.
- Risiken: IWF und BIZ warnen vor Kapitalabflüssen, Druck auf Schwellenländerwährungen und geringerem Einfluss nationaler Behörden auf Finanzströme.
Der Vorschlag befindet sich nach Angaben von Bloomberg noch in einem frühen Stadium. Teilnehmende Unternehmen, Zielländer, Finanzierungssummen oder ein Umsetzungszeitplan wurden bislang nicht genannt. Weder das Weiße Haus noch das Finanzministerium reagierten auf entsprechende Anfragen.
Wie Stablecoins die Nachfrage nach US-Staatsanleihen antreiben
Stablecoins sind blockchainbasierte digitale Token, deren Wert an eine externe Referenz wie den US-Dollar gekoppelt ist. USDT und USDC gelten als die beiden größten Vertreter dieser Kategorie und sind jeweils im Verhältnis 1:1 an den Dollar gebunden. Zusammen entfallen auf sie fast 90 Prozent des gesamten Stablecoin-Marktwerts, wie grundlegende Marktmechanismen von Stablecoins zeigen.
Emittenten sichern die Werthaltigkeit ihrer Token durch Reserven ab, die neben tatsächlichen US-Dollar auch sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen umfassen. Nach dem US-amerikanischen Genius Act sind Stablecoin-Emittenten verpflichtet, Reserven aus Dollar und kurzfristigen Treasuries zu halten. Genutzt werden die Token vor allem zur Finanzierung des Kryptohandels und für grenzüberschreitende Zahlungen.
Bessent: Dollar-Stablecoins als Instrument der Dollar-Dominanz
Mit Reserven von knapp 200 Milliarden US-Dollar zählen Stablecoin-Emittenten laut CoinDesk bereits jetzt zu den 20 größten Haltern US-amerikanischer Staatsschulden und liegen damit vor den Reserven mehrerer großer Nationen. Finanzminister Scott Bessent hat Dollar-Stablecoins kürzlich als Instrument zur Stützung der Dollar-Dominanz bezeichnet und darauf verwiesen, dass der Dollar für nahezu 90 Prozent aller Devisentransaktionen steht.
Eine breitere internationale Verwendung dollargebundener Stablecoins könnte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen weiter erhöhen. Da der Plan bislang nur geprüft und nicht beschlossen wurde, bleibt diese Wirkung ein mögliches Szenario. Wie sich ein solches Vorhaben mit der laufenden Regulierungsdebatte in Washington verträgt, beleuchtet auch der Beitrag zum Streit um den Clarity Act.
IWF und BIZ warnen vor Risiken für Schwellenländer
Der Internationale Währungsfonds warnt laut CoinDesk davor, dass eine breitere Stablecoin-Adoption Kapitalflucht beschleunigen, heimische Währungen schwächen und den Einfluss von Regierungen auf Finanzströme einschränken könnte. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat wiederholt auf ähnliche Gefahren hingewiesen. Besonders betroffen wären demnach Schwellenländer mit Leistungsbilanzdefiziten, die ohnehin anfällig für Kapitalabflüsse sind.
Da Stablecoins auf Blockchains laufen, können sie traditionelle Bankkanäle umgehen. Das erschwert es Zentralbanken und Regierungen, grenzüberschreitende Geldflüsse zu überwachen und zu steuern. Setzen sich dollarbasierte Stablecoins im alltäglichen Zahlungsverkehr durch, könnte dies den Druck auf lokale Fiat-Währungen zusätzlich verstärken.
Offen bleibt, ob aus der Überlegung tatsächlich ein formelles Regierungsprogramm wird und in welchem Umfang Treasury, State Department und die Development Finance Corporation eingebunden werden. Auch die Frage, wie andere Staaten und internationale Institutionen auf einen solchen Vorstoß reagieren würden, ist derzeit nicht beantwortet. Für Privatanleger, die den Stablecoin-Sektor beobachten, dürfte auch der jüngste Streit ums Weiße Haus zu Stablecoin-Zinsen relevant bleiben, da er zeigt, wie umkämpft die politische Ausgestaltung dieses Marktes bereits innerhalb der USA ist.
Quelle: CoinDesk, Bloomberg via Yahoo Finance
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