Bitcoin fällt unter dem Druck steigender US-Renditen und schwacher Kryptomärkte

Bitcoin ist am Donnerstag unter die Marke von 84.000 US-Dollar gefallen, nachdem die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,11 Prozent geklettert ist – der höchste Stand seit 2007. Der Kurs notierte in der asiatischen Morgenstunde bei rund 83.900 US-Dollar und lag damit binnen 24 Stunden mehr als 2 Prozent im Minus, nachdem er zuvor noch bis auf 87.300 US-Dollar gestiegen war.

  • Bitcoin: Rückgang auf rund 83.900 US-Dollar, mehr als 2 Prozent Minus binnen 24 Stunden.
  • Dogecoin: größter Verlierer im breiten Ausverkauf mit einem Minus von 7 Prozent auf knapp über 9 US-Cent.
  • US-Renditen: Zehnjährige Treasury-Rendite schließt bei 5,11 Prozent, ein Anstieg von 15 Basispunkten binnen eines Tages.

Steigende Renditen setzen den gesamten Kryptomarkt unter Druck

Neben Dogecoin verloren auch Zcash, XRP und Hyperliquid zwischen 5 und 6 Prozent, während Ether, Solana und BNB um 2 bis 3 Prozent nachgaben. Nur TRX hielt sich stabil. Auslöser war eine Kombination aus mehreren Faktoren: Die Brent-Ölpreise legten um mehr als 4 Prozent auf fast 104 US-Dollar je Barrel zu und beendeten damit eine sechstägige Talfahrt, die zuvor die Inflationssorgen etwas gedämpft hatte.

Kurz darauf veröffentlichte S&P Global seinen Flash-Index für die US-Wirtschaft, der mit 58,4 Punkten den höchsten Stand seit Juli 2021 erreichte und ein Wachstumstempo signalisierte, das seit über fünf Jahren nicht mehr gemessen wurde. Für Bitcoin bedeutete das den stärksten Tagesrückgang unmittelbar nach Veröffentlichung dieser Daten, da robustes Wachstum die Erwartung stützt, dass die Zinsen länger hoch bleiben. Wie sich diese Gemengelage aus Fed-Politik und Liquidität auf Krypto auswirkt, hatte Kryptoszene bereits im Zusammenhang mit dem geldpolitischen Dilemma der Notenbank eingeordnet.

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Kryptoszene als bevorzugte Quelee

Schwache Nachfrage bei Anleihe-Auktion verschärft den Druck

Zusätzlichen Gegenwind lieferte eine schwach nachgefragte Auktion fünfjähriger US-Staatsanleihen über 70 Milliarden US-Dollar. Der Zuschlagssatz lag bei 5,033 Prozent, dem höchsten Auktionsniveau seit 2006, und damit rund 3 Basispunkte über dem Kurs, zu dem die Papiere unmittelbar vor der Auktion gehandelt wurden. Käufer verlangten also eine Extra-Prämie, um das Angebot überhaupt aufzunehmen – ein Signal für nachlassenden Appetit auf US-Staatspapiere trotz historisch hoher Renditen.

Höhere Renditen auf Staatsanleihen erhöhen grundsätzlich die Opportunitätskosten für das Halten von Vermögenswerten ohne laufenden Ertrag wie Bitcoin und verteuern zugleich die Finanzierung gehebelter Positionen. Wie stark sich diese Zinssensitivität in der laufenden Rally bereits bemerkbar gemacht hat, zeigt auch der Rückblick von Kryptoszene zur jüngsten Bitcoin-Erholung im Zusammenspiel mit Fed-Zinsen und ETF-Flüssen.

Optionsverfall am Freitag rückt in den Fokus

Bitcoin notiert nun unterhalb von 85.000 US-Dollar, jener Marke, die Ledn-Mitgründer Mauricio Di Bartolomeo bereits vor der bevorstehenden Optionsverfall-Runde als Zone mit einem großen Block offener Call-Positionen benannt hatte. Am Freitag läuft auf der Derivatebörse Deribit ein Optionsvolumen von rund 14 Milliarden US-Dollar aus, was kurzfristig für zusätzliche Marktbewegungen sorgen dürfte. Solche Strike-Level sind zwar keine Garantie für eine bestimmte Richtung, strukturieren aber die Liquidität rund um den Verfallstermin, da Händler Positionen absichern oder glattstellen.

Ausblick: Renditen und Verfall entscheiden über die nächsten Tage

Ob Bitcoin oberhalb von 85.000 US-Dollar wieder Tritt fasst, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Treasury-Renditen ihren Aufwärtstrend fortsetzen oder sich stabilisieren. Bleiben die Zinsen auf dem aktuellen Niveau, könnte es für Käufer schwierig werden, eine nachhaltige Erholung aufzubauen, während der Optionsverfall am Freitag zusätzliche kurzfristige Schwankungen mit sich bringen dürfte. Weitere Hinweise, wie Bitcoin auf anstehende Makrodaten reagieren könnte, liefert die Einordnung von Kryptoszene zu den bevorstehenden Inflationsdaten und der Fed-Entscheidung.

Quelle: CoinDesk

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