btc bearish

Bitcoin steckt weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Vom bisherigen Allzeithoch hat die größte Kryptowährung rund 50 Prozent an Wert verloren, während es dem Kurs zuletzt an nachhaltigem Momentum fehlte. Erholungsversuche wurden immer wieder abverkauft, sodass bislang keine klare Trendwende bestätigt ist.

Dennoch mehren sich inzwischen die Hinweise, dass die schwächste Phase des Zyklus ihrem Ende näherkommen könnte. Sowohl On-Chain-Daten als auch technische Indikatoren zeigen erste Verbesserungen. Besonders der Profitabilitätsstatus kurzfristiger Anleger und eine bullische Divergenz im Wochenchart lassen darauf hoffen, dass sich bei Bitcoin allmählich ein neuer Aufwärtstrend vorbereitet.

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Diese Bitcoin-Indikatoren machen Hoffnung auf die Trendwende

Ein erstes positives Signal liefert die sogenannte Profit/Loss Margin der Short-Term Holder. Diese Kennzahl betrachtet Anleger, die ihre Bitcoin typischerweise erst seit kurzer Zeit halten, und setzt ihren durchschnittlichen Einstandswert zum aktuellen Marktpreis ins Verhältnis. Der Indikator liegt derzeit bei ungefähr minus neun Prozent. Kurzfristige Marktteilnehmer befinden sich somit im Durchschnitt noch im Verlust. Allerdings hat sich die Kennzahl zuletzt deutlich erholt und den zuvor klar bearishen Bereich verlassen. Aktuell bewegt sie sich wieder in einer neutraleren Zone.

Diese Entwicklung ist deshalb relevant, weil Short-Term Holder besonders sensibel auf Kursbewegungen reagieren. In schwachen Marktphasen verkaufen sie häufig mit Verlust und verstärken dadurch den Abwärtsdruck. Verbessert sich ihre Profitabilität, lässt dieser Verkaufsdruck normalerweise nach. Die aktuelle Bewegung deutet somit darauf hin, dass die Kapitulation kurzfristiger Anleger möglicherweise bereits weit fortgeschritten ist.

Entscheidend bleibt nun der realisierte Preis der Short-Term Holder. Dabei handelt es sich vereinfacht um den durchschnittlichen Preis, zu dem die Bitcoin dieser Anlegergruppe zuletzt auf der Blockchain bewegt wurden. Dieser Wert fungiert häufig als dynamische Widerstands- oder Unterstützungszone. Derzeit liegt der realisierte Preis laut den vorliegenden Daten bei rund 72.300 US-Dollar und damit noch ungefähr 6.600 US-Dollar über dem aktuellen Kurs. Gelingt Bitcoin der nachhaltige Ausbruch über diese Marke, würden viele kurzfristige Anleger wieder in die Gewinnzone gelangen.

Historisch konnte ein solcher Wechsel die Marktstimmung verbessern und neue Kaufdynamik auslösen.

Zusätzliche Hoffnung liefert der Relative Strength Index, kurz RSI, im Wochenchart. Der RSI misst das Verhältnis positiver und negativer Kursbewegungen und zeigt damit das Momentum eines Marktes. Aktuell bildet sich offenbar eine bullische Divergenz: Während der Bitcoin-Kurs ein tieferes Tief markiert, entsteht beim RSI ein höheres Tief.

Der Verkaufsdruck nimmt demnach ab, obwohl der Kurs noch schwach aussieht.

Eine solche Divergenz ist kein garantiertes Kaufsignal, kann aber eine nachlassende Abwärtsdynamik anzeigen. Ein vergleichbares Signal trat bereits in einer früheren Marktphase auf, bevor Bitcoin anschließend stark zulegen konnte. Eine Wiederholung der damaligen Kursrally ist keineswegs sicher. Zusammengenommen zeigen die verbesserte Short-Term-Holder-Profitabilität, die Annäherung an den realisierten Preis und die bullische RSI-Divergenz jedoch, dass sich die Voraussetzungen für eine größere Trendwende langsam verbessern.

Doch der Bitcoin-Bärenmarkt könnte noch mehrere Monate andauern

Trotz der ersten bullischen Signale ist eine zeitnahe Trendwende keineswegs garantiert. Andere Prognosen gehen davon aus, dass Bitcoin zunächst noch eine längere Bodenbildungsphase durchlaufen oder sogar ein neues Tief markieren könnte. Ein Vergleich mit dem Bärenmarkt des Jahres 2022 zeigt beispielsweise, dass zwischen der Entstehung der bullischen RSI-Divergenz und dem anschließenden Aufwärtstrend rund 161 Tage lagen. Im aktuellen Zyklus besteht das Signal bereits seit ungefähr 147 Tagen. Damals endete die Divergenz zudem erst mit einem weiteren Kurstief, das sich rückblickend als finaler Zyklusboden herausstellte.

Auch Grayscale hält einen anhaltenden Bärenmarkt bis September oder Oktober für möglich. Grundlage dieser Einschätzung ist der traditionelle Vierjahreszyklus von Bitcoin. In früheren Marktphasen wurde der Tiefpunkt häufig ungefähr ein Jahr nach dem jeweiligen Hoch erreicht. Zugleich fielen die historischen Drawdowns teilweise deutlich stärker aus als bislang. Sollte sich dieses Muster wiederholen, wäre eine weitere Abwärtsbewegung nicht ungewöhnlich.

Ein mögliches Szenario wäre daher, dass Bitcoin zunächst im Bereich von 60.000 bis 64.000 US-Dollar stabilisiert, anschließend jedoch noch einmal in Richtung 45.000 US-Dollar fällt. Ein solches Kursziel ist allerdings keineswegs sicher. Gerade Anleger, die auf den perfekten Tiefpunkt warten, könnten eine frühere Erholung verpassen.

Zugleich gewinnt das makroökonomische Umfeld zunehmend an Bedeutung. Grayscale argumentiert, dass Bitcoin mittlerweile stärker von Wirtschaftswachstum, Liquidität und Realzinsen beeinflusst wird. Bleibt die US-Wirtschaft robust und verzichtet die US-Notenbank auf weitere Zinserhöhungen, könnte der Boden bereits erreicht sein. Steigende Realzinsen oder eine konjunkturelle Schwäche würden dagegen zusätzlichen Druck erzeugen. Die bullishen Indikatoren sprechen somit für eine fortgeschrittene Bodenbildung, schließen ein letztes Tief jedoch nicht aus.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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