Die fragwürdigen Praktiken des John McAfee

Auf Twitter präsentiert John McAfee seinen 800.000 Followern regelmäßig neue Coin und ICO Empfehlungen, anscheinend lässt er sich dafür fürstlich entlohnen. Dabei kommt es auch schon einmal vor, dass nicht alle ICOs seriös sind und die Gründer einfach mit dem Geld verschwinden.

Der mittlerweile 72-jährige John McAfee wurde durch sein gleichnamiges Antivirenprogramm bekannt. Allerdings hat er bereits 1997 alle Anteile an dem Unternehmen verkauft. Knapp 100 Millionen US Dollar soll er dafür bekommen haben. Nach der Immobilienkrise in den USA sollen davon allerdings nur noch 4 Millionen US Dollar übrig gewesen sein.

Aufgrund von Alkohol- und Drogenproblemen kam er regelmäßig mit dem Gesetz in Berührung und auch Schusswaffen spielten dabei immer mal wieder eine Rolle. Im Jahr 2012 wurde er sogar verdächtigt seinen Nachbarn erschossen zu haben, die Tat wurde allerdings nie aufgeklärt.

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Seit einiger Zeit schon beschäftigt er sich mit dem Thema Kryptowährungen. Berühmt wurde dabei seine Aussage:

I will eat my dick if Bitcoin does not reach $1 million by the end of 2020.

Vermutlich vertrauen die Leute ihm, weil er sich durch das berühmte Antivirenprogramm ein gewisses Ansehen aufgebaut hat. Immerhin hat er damit viele Rechner vor schadhaften Viren beschützt.

Bis Anfang dieses Jahres gab John McAfee auf Twitter regelmäßig Empfehlungen zum „Coin of the Week“. Dabei handelte es sich meist um sehr kleine Kryptowährungen, die dann aufgrund seiner Empfehlung innerhalb von ein paar Minuten sehr stark gestiegen sind. Ein Beispiel dafür ist der Coin Factum (FCT).

Dieser wurde am 1. Januar 2018 von John McAfee auf Twitter empfohlen, anschließend stieg der Kurs um 30 US Dollar, dafür sorgten seine 800.000 Twitter Follower. Überflüssig zu erwähnen, dass der Kurs sich natürlich nur kurz auf diesem Level hielt.

Factum Kursverlauf der letzten 12 Monate

Jetzt muss man kein Prophet sein um zu wissen, dass John McAfee natürlich vorher viel selbst von dem Coin gekauften haben wird, bevor er ihn empfohlen hat. Sicher wird er seine Guthaben während des “Pumps” schnell wieder verkauft haben und dabei einen ordentlichen Gewinn gemacht hat. Die Aktion des “Coin of the Week” hat er über mehrere Monate gemacht und dabei teilweise sogar mehr als einen Coin pro Woche empfohlen.

Damit aber nicht genug, denn er profitierte nicht nur von den Kursanstiegen, sondern ließ sich auch im Vorfeld von den Gründern der jeweiligen Coins bezahlen. Wer also seinen Coin als “Coin of the Week” empfohlen haben wollte von John McAfee, musste ihm vorab teilweise bis zu 25 Bitcoins bezahlen. Darüber hinaus wollte er dann noch einen Anteil an den Coins, welche die Gründer für sich reserviert hatten.

Kosten um “Coin of the Week” zu werden

Mittlerweile macht John McAfee nur noch selten Empfehlungen für einen “Coin of the Week”, denn er hat ein Betätigungsfeld gefunden, dass offenbar noch lukrativer ist. Er empfiehlt jetzt ICOs (natürlich!).

Für die Empfehlungen der ICOs lässt er sich auch fürstlich entlohnen, dass hat er bereits auf Twitter zugegeben.

Er sagt zwar, dass sie jede ICO, die sie empfehlen im Vorfeld prüfen, allerdings sind sie dabei nicht so gründlich wie man annehmen sollte. Am 4. Januar empfahl John McAfee seinen Followern die Fina ICO.

Wenig später kam aber raus, dass es sich dabei um eine nigerianische Verbrecherorganization handelt, die mit dem Geld verschwunden ist. Wer also auf John McAfees Empfehlung gehört hat und sich an der ICO beteiligt hat, der hat dadurch sein komplettes Investment verloren.

Trotz des Fehlschlags empfiehlt John McAfee weiter ICOs und Kryptoprojekte. Mittlerweile auch in einem sehr hohen Tempo, so dass nicht mehr nur eine ICO pro Woche empfohlen wird, sondern mehrere innerhalb einer Woche. Klar, so lässt sich ja auch mehr Geld verdienen.

Was er mit dem ganzen Geld macht? Zumindest hat er sich mit seinen Bitcoins gerade einen neuen Bentley gekauft und auch Prostituierte zahlt er in Bitcoins.

Es ist unglaublich, was für Leute die Kryptoszene immer wieder anzieht und das Menschen tatsächlich seinen Empfehlungen folgen, in der Hoffnung etwas Geld zu verdienen. So lange Menschen wie John McAfee noch ein Gehör in der Kryptoszene finden, ist es schwer ernst genommen zu werden in der Finanzwelt.

PS. Wer mehr über John McAfee wissen möchte, kann sich auch seine Netflix Dokumentation, Gringo: The Dangerous Life of John McAfee, anschauen.

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