Brexit – Tipps & Chancen für Aktien Anleger

Zyniker könnten am heutigen Tage, dem 19. März 2019, die Sektkorken knallen lassen und von einem Jubiläum sprechen: Seit sage und schreibe eintausend Tagen sorgt das Brexit-Referendum für reichlich Gesprächsstoff. Am 23. Juni 2016 stimmten knapp 52 Prozent der britischen Wähler dafür, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austreten solle. Seitdem ist vieles passiert, ungeachtet dessen, dass viele munkeln, dass im Endeffekt nichts passiert sei. Noch immer ist unklar, ob und wie der Brexit tatsächlich vollzogen wird.

Natürlich hat dieser potentielle und immer wahrscheinlicher werdende Austritt auch große Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Viele Anleger überlegen schon lange, ob sie wegen dem Brexit bestimmte Aktien heute eher kaufen oder verkaufen sollen. Inwiefern beeinflusst der Brexit Aktienkurse bestimmter Unternehmen? Was bietet dieser für Chancen und Risiken für Anleger? Steht es um die Prognose britischer Aktienunternehmen gut, oder eher schlecht? Diese und weitere Fragen werden in dieser Brexit Aktien Analyse beantwortet. Wir wagen zudem einen Ausblick auf Aktien, die durch den Austritt Großbritanniens besonders stark profitieren könnten.

Brexit rückt näher: Neueste Nachrichten

Am 29. März 2019 verlässt Großbritannien die Europäische Union. Eigentlich. Das britische Parlament konnte sich aber bislang nicht auf ein Austrittsabkommen einigen. Daher werde es immer wahrscheinlicher, dass sich der Brexit verschiebe. Wer sein Geld in Aktien anlegen möchte und beabsichtigt, von dem Austritt zu profitieren, muss noch länger auf heißen Kohlen sitzen. Denn eines ist klar: Der Brexit kann zwar durchaus auch negative wirtschaftliche Entwicklungen nach sich ziehen. Allerdings bietet er klugen Aktionären auch große Chancen.

Gerade auch im Hinblick auf die Aktien Kursentwicklung stehen viele Investoren vor der Frage, wie lange der Brexit aufgeschoben werden könne. Hierüber müssen die verbleibenden EU-Mitglieder eine einstimmige Entscheidung fällen. Nach neuesten Informationen müsse Großbritannien den Brexit bis zum 1. Juli endgültig verlassen haben. Andernfalls bestehe die Pflicht für Großbritannien, an der Europawahl teilzunehmen.

Brexit Entscheidung rückt immer näher

Allerdings gibt es innerhalb der EU immer noch erhebliche Unstimmigkeiten bei der Frage, ob und wie lange den Briten noch eine Verlängerung gewährleistet werden sollte. Die Zeit scheint jedoch gegen den Verbleib von Großbritannien zu sprechen. Deshalb ist es nun an der Zeit, einen Ausblick und eine Analyse vorzunehmen: Welche Chancen und Risiken birgt der Brexit für den Aktienmarkt? Die Aktien welcher Unternehmen könnten durch den Brexit geradezu explosiv ansteigen?

Das sagt Kryptoszene.de zu einem Brexit Aktien Investment:
Der Austritt Großbritanniens wird nahezu weltweit kontrovers diskutiert. Wir haben großen Wert daraufgelegt, unsere Analyse wertfrei zu verfassen. Im Mittelpunkt steht einzig und alleine die Frage, welche Auswirkungen der Brexit auf die Aktienunternehmen haben könnte. Ob wir den Austritt aus der EU befürworten oder nicht, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Wer jedoch unvoreingenommene Brexit Aktien kaufen Tipps lesen möchte, ist hier genau richtig.

Erhöht der Brexit Potential einiger Aktien?

brexit photoNicht wenige Investoren kommen derzeit zu dem Schluss, dass der britische Markt äußerst günstig bewertet sei. Dafür haben die Brexit-Diskussionen gesorgt. Seit dem umstrittenen Referendum sei dieser Aktienmarkt unbeliebt – Anleger, die ihre Investments aufgrund von Fundamentaldaten tätigen, könnten bei der Suche nach Aktien kaufen Tipps dem ein- oder anderen britischen – oder dort intensiv tätigen –Unternehmen erhöhte Aufmerksamkeit schenken.

Britische Börse scheint verlockend

Trotz dem sich ankündigenden Austritt Großbritanniens aus der EU, versprechen die harten Fakten hohe Gewinne für Anleger. Der FTSE 100 Index ist der wichtigste britische Aktienindex. In diesem sind die einhundert größten und umsatzstärksten Unternehmen des Königsreichs gelistet. Die Dividendenrendite liegt hier im Schnitt bei 4,6 Prozent und hat damit einen Wert erreicht, der beinahe höher ist als je zuvor. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 11,7 ebenfalls auf einem sehr niedrigen Stand und zudem in einem internationalen Vergleich ausgesprochen gering. Interessanterweise hat sich der FTSE-Leitindex dieses Jahr sogar weitaus positiver entwickelt, als der DAX.

Optimisten sehen darin bestätigt, dass der Brexit womöglich nur geringe Auswirkungen auf den Wert der Aktien hat. Demzufolge bestehe derzeit sogar die Möglichkeit, preisgünstige Aktien zu kaufen, die nach den endlosen Austritts-Verhandlungen vielleicht doch noch sprunghaft ansteigen könnten. Ob diese Brexit Aktien Prognose richtig ist, und die Wirkung des Austritts tatsächlich wenig negativen Einfluss auf die Kursentwicklung hat, lässt sich aktuell schwer abschätzen.

Weshalb der Brexit das Investment Risiko erhöht

Einige Argumente zeugen davon, dass mit dem Brexit auch ein großes Risiko einhergeht. Wie die Kursentwicklung der Aktien letztendlich ausfallen wird, lässt sich nicht 1:1 prognostizieren. Andererseits schützt ein umfassender Ausblick vor allzu unerwarteten Verlusten.

Das sich der Wert einiger britischer Aktienunternehmen durch den Brexit negativ entwickeln könnte, verdeutlicht allein schon ein Blick auf die Marktverhältnisse. Die EU ist für Großbritannien der wichtigste Handelspartner. Im Umkehrfall trifft dies nicht zu. Dennoch ist Großbritannien auch für viele Unternehmen in der Europäischen Union ein wichtiges Exportland. Ein Austritt könnte die Folge haben, dass der Marktzugang erschwert oder dieser durch Zölle unattraktiver wird. Einige sehen hier einen Grund, weshalb manche Aktien nach dem Brexit an Wert verlieren könnten.

Unternehmen könnten Standort Großbritannien den Rücken zukehren

denken photoWenn sich die negative Prognose einiger Experten bewahrheiten sollte, dann könnte folgendes Szenario eintreten: Manche Unternehmen, die derzeit in Großbritannien beheimatet sind, verlegen ihren Unternehmenssitz, um gegebenenfalls bessere Marktzugänge zu erhalten. Zudem birgt ein Brexit die Gefahr, dass ausländische Direktinvestitionen in Großbritannien zukünftig geringer ausfallen. Alles in allem könnte dies die Wirtschaftsentwicklung Großbritanniens erheblich verdunkeln.

Wer Aktien kaufen will, sollte sorgfältig abwägen

Wer von Unternehmen Aktien kaufen möchte, die von der Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU profitieren, der beantwortet die Frage „Aktien heute kaufen oder verkaufen?“ vielleicht eher mit Letzterem. Andererseits darf eines nicht vergessen werden: Unsichere Verhältnisse – der Begriff drückt es schon aus! – machen ein Aktien Portfolio tendenziell volatiler, gleichzeitig besteht auch eine sehr hohe Möglichkeit, mit den richtigen Aktien hohe Gewinne zu erzielen. Anleger, die beispielsweise britische Aktien kaufen, sollten sich dem momentanen Risiko bewusst sein. Wenn es sich jedoch herausstellt, dass die Brexit Unsicherheiten derzeit schon in dem Aktien Preis der betreffenden Unternehmen eingepreist sind, dann kann sich jeder glücklich schätzen, der das Aktien Potential rechtzeitig erkannt und gehandelt hat.

Prognose: Diese Aktien könnten an Wert zulegen

Brexit könnte gut aufgestellte britische Einzelhändler entlasten

Einerseits gilt, dass der Einzelhandelsmarkt durchaus riskant ist. Andererseits ist es auch ein plausibles Szenario, dass einige der britischen Unternehmen von einem Austritt aus der EU profitieren könnten. Der Grund: deutsche Discounter wie Aldi und Lidl sind mit ihren Niedrigpreisen sehr erfolgreich auf Kundenfang. Diese seien eine zunehmende Bedrohung für britische Unternehmen in diesem Bereich. Unter anderem die Tesco Aktie könnte starken Aufwind erfahren, falls den deutschen Discountern der britische Marktzugang durch einen Brexit erschwert wird. Womöglich macht sich dies in dem Aktien Kurs der Supermarktkette Tesco schon bald positiv bemerkbar. Das Unternehmen gilt als gut aufgestellt. Seit Jahren wird der Konzern umgebaut. Zahlreiche Filialen wurden und werden modernisiert.

Deutsche Post erwartet steigende Nachfrage

Folgt man den Aussagen von Post-Chef Frank Appel, dann steigen die Börsenkurse der Deutschen Post AG nach dem Brexit sogar an. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos betonte er, dass kurzfristige Anstiege des Aktienpreises unter anderem deshalb die Folge sein könnten, weil dann die Logistiklösungen der Deutschen Post vorrübergehend noch stärker in Anspruch genommen würden.

Diageo Aktien unbeeindruckt von Brexit


Diageo ist ein Hersteller von alkoholischen Getränken. Unter anderem zählen Smirnoff, Guinness und Gordon’s Gin zu ihrem Angebot. Bei dem Unternehmen mit Sitz in London entfällt nur 11 Prozent des gesamten Umsatzes auf Großbritannien – der Rest ist weltweit verteilt. Währungsschwankungen und ein durch den Brexit verändertes Pfund-Dollar-Verhältnis könnte für Diageo einen höheren Gewinn nach sich ziehen. Außerdem genießt das Unternehmen einen zollfreien Zugang zu den wichtigsten Märkten. Zudem erhöhe das Unternehmen kontinuierlich ihre Dividendenausschüttungen.

Die Größe, Marktmacht und Aufstellung des Unternehmens könnte Diageo zu einem absoluten Gewinner machen. Viele sehen in dieser Aktie ein großes Potential. Prognosen zufolge sei es weiterhin relativ unwahrscheinlich, dass der Brexit eine negative Kursentwicklung der Diageo Aktie nach sich zieht.

Bei diesen Aktien könnten sich Anleger die Finger verbrennen

Auch in diesem Fall gilt: Jede Vorhersage, und sei sie noch so durchdacht, kann sich im Nachhinein als falsch erweisen. Wer etwas anderes behauptet, der unterschätzt womöglich die Komplexität der Märkte. Und dennoch ist es notwendig, Szenarien durchzuspielen und bei jedem Investment Pro & Contra abzuwägen. In unserer Analyse haben wir Aktien ermittelt, deren Preis bzw. Kurs durch den Brexit Schaden nehmen könnte. Hierbei haben wir uns nicht auf britische Unternehmen beschränkt. Auch im DAX gelistete Unternehmen finden hinreichend Beachtung: Sinken die Aktienkurse deutscher Unternehmen, sobald Großbritannien den Worten Taten folgen lässt und aus der Europäischen Union austritt?

Kleinere britische Unternehmen größeren Risiken ausgesetzt

Die Standardwerte aus dem FTSE 100 sind größtenteils Unternehmen, die weltweit tätig sind. Auch hier können mögliche Auswirkungen des Brexits einige Aktienkurse auf eine Talfahrt schicken. Allerdings betonen zahlreiche Branchenkenner, dass die breite Aufstellung der Unternehmen die Kursentwicklung nicht beträchtlich beeinflussen sollte. Ganz anders sieht es bei kleineren britischen Unternehmen aus. Diese werden vermutlich die Hauptlast eines Abschwungs zu spüren bekommen. Wer auf der Suche nach Aktien Tipps ist, der sollte vermutlich insbesondere Abstand davon nehmen, in kleine britische Unternehmen zu investieren.

Weitere Branchen, die durch Brexit Kursverluste einfahren könnten

Britischen Unternehmen, die im Verteidigungssektor beheimatet sind, werden häufig negative Entwicklungen durch den Brexit prognostiziert. Ähnliches gilt für den Luft- und Raumfahrtbereich. Unter anderem Airbus, Rolls-Royce, Safran und Meggitt könnten durch einen Austritt erheblich an Wert einbüßen.

DAX Unternehmen die durch Brexit verlieren könnten

Wer Dax Aktien kaufen möchte, wird daran interessiert sein, wie diese in Großbritannien aktiv sind und vom Brexit betroffen sein könnten. Insbesondere für zwei DAX-Unternehmen ist der britische Markt besonders wichtig: Für die Versorger Eon und RWE. Eon hat dort im vergangenen Jahr sogar etwa 18 Prozent seiner Erlöse erzielt und 6,8 Millionen Kunden mit Strom und Gas versorgt. Allerdings gibt es auch lautstarke Stimmen, die betonen, dass der Brexit für die Energiebranche vermutlich nur von geringer Auswirkung ist. In diesem Bereich gebe es weniger Exporte und Importe. Die Tatsache, dass sich die die großen Marktakteure der Energiebranche lautstark für einen geordneten EU-Austritt einsetzen und ein „No-Deal-Szenario“ deutlich ablehnen, zeigt jedoch, dass die Möglichkeit einer gewissen Anfälligkeit durchaus gegeben ist.  

Schon gewusst?

Nur ein einziges Unternehmen, welches im DAX gelistet ist, macht überhaupt gar keine Geschäfte auf der britischen Insel: Vonovia. Der Immobilienkonzern kann daher die Brexit-Turbulenzen entspannt von der Seite aus betrachten.
Einen Tag nach dem Brexit-Votum verlor der DAX etwa 6,8 Prozent.

 

Brexit Auswirkungen auf Aktien deutscher Automobilindustrie

aktien photoZahlreiche Investoren teilen die Prognose, dass insbesondere Aktien aus der Automobilbranche besonders stark vom Brexit betroffen sein könnten. Der Grund dafür ist, dass diese Industrieunternehmen auf pünktliche Warenlieferungen angewiesen sind. Nur dann könne ein reibungsloser Produktionsprozess gewährleistet werden. Viele Anleger stellen sich nun die Frage, welche Auto Aktien aus Deutschland besonders negativ auf den Brexit reagieren könnten? Legt man in der Analyse den Fokus auf die Umsatzanteile, dann fällt die Antwort deutlich aus: BMW hat den höchsten Umsatzanteil in Großbritannien. Das Unternehmen betreibt dort vier Werke. In diesen werden Kraftfahrzeuge sowie einzelne Komponenten produziert. Wer bei BMW pro und kontra abwägt und diese Aktien kaufen möchte, sollte die Brexit Entwicklungen gut verfolgen.

Absatzmarkt für Autobauer in Gefahr

Auch für andere Auto Aktien gilt: Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Autobauer den Rückgang der britischen Autokäufe spüren. Die Expertenmeinungen hierzu sind unterschiedliche. Einige behaupten, dass Großbritannien bei weitem nicht der größte Absatzmarkt ist, weswegen die Einbußen für die Autohersteller nur gering sein werden. Andere stimmen dem jedoch nicht zu. In Summe besteht jedoch ein weitestgehender Konsens darin, dass im Automobilsektor Risiken lauern. Unter anderem könnten die Zölle auf die Fahrzeugteile die Margen senken sowie Großbritannien als Absatzmarkt wegfallen oder geringer werden.

Bei allen ernstzunehmenden Risiken durch den Brexit für den Aktienmarkt: Bisher spricht die Kursentwicklung eine klare Sprache. Und zwar die, dass vielleicht nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Die Darstellung mancher Medien über die dramatischen Auswirkungen des Austritts auf die Aktienkurse haben sich bislang in Summe nicht erfüllt. Womöglich sind die negativen Folgen geringer, als manche Investoren es derzeit einschätzen. Für diese Argumentation spricht unter anderem, dass der FTSE 100 im Vergleich mit dem DAX auf Sicht eines Jahres eine deutlich bessere Entwicklung hingelegt hat. Allerdings sind die Entwicklungen beider Indexe von unzähligen weiteren Faktoren abhängig – dennoch lohnt der Vergleich, da er deutlich macht, dass die Brexit-Pläne Aktien britischer Unternehmen nicht zwingend nach unten treiben.

Die Zeit wird knapp. Auch nach tausend Tagen zäher Verhandlungen hat sich noch kein Deal abgezeichnet. Doch vermutlich sind die Auswirkungen des Brexits auf die Aktienkurse schon sehr bald sichtbar. Noch haben Anleger die Chance, mit einem bewährten Online Broker aussichtsreiche Aktien zu kaufen oder verkaufen. Bald werden wir mehr wissen. Bis dahin heißt es: Abwarten und Tee trinken.

Photo by TheDigitalArtist (Pixabay)

Raphael L.

Raphael, studierter Politikwissenschaftler, ist unser Mann für tiefgehende Analysen und Anlagetipps. Aussichtsreichste Aktien, Krypto Potentiale und vielfältige Branchen, Raphael liefert ganz besonders spannende Themen.

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